Philosophie · Ethik · Antinatalismus

Die Frage,
die niemand
stellt

Geburt – Ein Schaden. Eine philosophische Untersuchung der ältesten unbequemen Frage der Menschheit.

Dr. Edgar Köhn

Kapitelübersicht
Ist es gerechtfertigt, ein Wesen in Existenz zu bringen, das dieser Entscheidung nie zustimmen konnte?
— Die zentrale Frage

Eine ethische Aussage mit langer Geschichte

Dieses Buch untersucht eine These, die älter ist als das Christentum und die dennoch im öffentlichen Diskurs behandelt wird wie ein Symptom, wie ein Zeichen von Krankheit, Bitterkeit oder gescheitertem Leben.

Die Entscheidung zur Fortpflanzung ist die einzige Entscheidung, die vollständig auf Kosten eines anderen getroffen wird, ohne dass dieser andere jemals zustimmen oder widersprechen kann. Ein Wesen, das noch nicht existiert, kann nicht befragt werden.

Das ist das Fundament des Problems.

Es könnte sein, dass es für ein potenzielles Wesen besser ist, nicht geboren zu werden, als geboren zu werden, weil Nichtexistenz die vollständige Abwesenheit von Leid ist, während Existenz Leid strukturell enthält.

Diese Frage wird nicht gestellt, weil das kulturelle System, das Fortpflanzung umgibt, so dicht gewoben ist – aus Biologie, Psychologie, Religion, sozialer Norm und institutioneller Struktur – dass die Frage schlicht keinen Raum findet. Dieses Buch gibt ihr Raum.

Neun Kapitel – eine Untersuchung

Kapitel 01

Die älteste Klage

Antinatales Denken von der Antike bis zur Schwelle der Moderne

Von Mesopotamien über Griechenland bis zur Hiob-Tradition: die menschliche Konstante des Zweifels am Geborensein.

Kapitel 02

Der Wille, der sich selbst bereut

Philosophischer Pessimismus als Schule

Schopenhauer, Hartmann, Bahnsen: das 19. Jahrhundert systematisiert das Leid als Wesenseigenschaft der Welt.

Kapitel 03

Das Bewusstsein als Wunde

Antinatales Denken im 20. Jahrhundert

Zapffe, Cioran, Ligotti: das Bewusstsein selbst als das eigentliche Problem.

Kapitel 04

Die Asymmetrie des Schadens

Analytische Philosophie und das Benatar-Argument

David Benatars formales Argument und seine akademische Rezeption.

Kapitel 05

Warum wir trotzdem zeugen

Evolutionäre, psychologische und kulturelle Mechanismen

Die Motive hinter der Fortpflanzung: vom evolutionären Imperativ bis zur sozialen Norm.

Kapitel 06

Die vier stärksten Einwände

Glück, Fortschritt, Sinn und Pflicht

Eine systematische Auseinandersetzung mit den wichtigsten Gegenargumenten.

Kapitel 07

Die stille Entscheidung

Childfree als gelebte Philosophie

Wie der philosophische Antinatalismus in persönliche Lebensentscheidungen übergeht.

Kapitel 08

Drei Missverständnisse

Was Antinatalismus nicht bedeutet

Nichtgeburt ist nicht Tod. Antinatalismus führt nicht zum Menschensterben. Antinatalismus ist kein Nihilismus.

Kapitel 09

Warum wir die Frage nicht hören

Kulturelle Immunmechanismen

Pathologisierung, kognitive Abwehr und das Tabu: warum die Frage keinen Raum findet.

Dr. Edgar Köhn

Dr. Edgar Köhn ist Autor des vorliegenden Werkes, das sich der systematischen philosophischen Untersuchung des Antinatalismus widmet. Die Studie verbindet ideengeschichtliche Breite – von mesopotamischen Klagetexten bis zur analytischen Gegenwartsphilosophie – mit argumentativer Präzision.

Das Buch erscheint als independently published Work (ISBN 978-3-7690-2193-0) und richtet sich an alle, die bereit sind, eine der unbequemsten Fragen der Ethik ernsthaft zu stellen.

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